Ar-Razzaq

Ar-Razzaq

° Der stets Versorgende ° Der Erhalter °

„Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, dass sie Mir dienen. Ich wünsche keine Versorgung von ihnen, noch wünsche Ich, dass sie Mich speisen. Allah allein ist der große Versorger, der Allmächtige, der Starke.“

(Koran, Sure 51, Verse 56-58)

Es gibt zwei Arten der Versorgung von Allah. Die erste ist allgemein. Die Dunya, die Allah für jedermann bereitstellt, egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, Muslim oder Nichtmuslim, Tiere, Pflanzen, Bäume.

Die zweite Art der Versorgung von Allah ta’ala ist die für die Rechtgeleiteten bestimmte am Tag des Jüngsten Gerichts. Dies ist die Versorgung des Iman, des guten, nützlichen Wissens, der rechtschaffenen Handlungen. Es ist das, was die Rechtgeleiteten von der Dunya mitnehmen und von dessen Erhaltung sie am Jüngsten Tag noch profitieren.

Wie oft haben wir in unserem Leben schon die Erfahrung gemacht, dass wir uns sorgen und den Kopf zerbrechen, weil wir z.B. in finanziellen Nöten stecken? Und wie oft hat sich dann – subhanAllah – immer irgendwie eine Lösung gefunden? Vielleicht hat uns jemand etwas geschenkt oder wir bekamen unerwartet ein Jobangebot?

Ich möchte euch hierzu gerne eine kurze Geschichte von einem Bruder erzählen. Nennen wir ihn Bruder Amin. Er lebte mit seiner Frau und seinen vier Kindern in einer kleinen Wohnung und hatte leider seinen Job verloren. An einem Tag war er am absoluten Tiefpunkt angekommen, das Geld reichte nicht einmal mehr, um essen zu kaufen und er war völlig verzweifelt. Er war an diesem Tag in einer absoluten Notlage, aber hatte keinen Cent in der Tasche und wusste nicht mehr weiter, wusste nicht, wer ihm jetzt helfen könnte.

Doch in seinem Kummer wandte er sich aufrichtig und demütig dem Einzigen zu, Der ihm helfen konnte. Er weinte und weinte und weinte während er seine Bittgebete ehrfürchtig und aufgelöst sprach, rief Allah ta’ala als Ar-Razzaq an, flehend Er möge ihm aus seiner Situation helfen. Nachdem er sich beruhigt hatte, entschloss er – nachdem er dies schon viel zu lange nicht mehr getan hatte – einige Verse im Koran zu lesen. Er nahm das staubige Buch aus dem Regal und öffnete es. Er begann zu rezitieren und zu weinen und Allahs zu gedenken. Er blätterte um und rezitierte weiter. Und blätterte um und rezitierte weiter. Und blätterte um und… hielt inne. Da lag ein 50-Euro-Schein. SubhanAllah.

In Zeiten, in denen er mehr Geld gehabt hatte, hatte er in weiser Voraussicht diesen Schein in den Koran gelegt, wohlwissend, dass er ihn eines Tages nur dann finden würde, wenn er das nächste Mal die Absicht hat, Koran zu lesen. Tatsächlich hatte er es über viele Jahre hinweg vergessen und zum Rezitieren immer ein anderes Exemplar verwendet. Aber nicht an diesem Tag, subhanAllah. An diesem Tag nahm er dieses Exemplar, ohne irgendeine Erinnerung an das, was er damals hineingelegt hatte, und wandte sich aufrichtig dem Barmherzigen zu. Und da lag er nun, der 50-Euro-Schein, der genügte, um die akute Notsituation, in der sich der Bruder befand, zu überwinden.

Unter Tränen berichtete er mir später davon, subhanAllah. Er hatte daraus nicht nur gelernt, dass Allah einem immer einen Ausweg zeigt, wenn man sich Ihm aufrichtig zuwendet, sondern auch, dass Er uns stets versorgt, auch wenn unser Koranexemplar schon eine dicke Staubschicht aufweist.

Der Gesandte (s) sagte:

“Würdet ihr wirklich auf Allah vertrauen, Er würde euch versorgen, wie Er die Vögel versorgt, die am Morgen hungrig ausfliegen und am Abend gesättigt heimkehren.”

(Tirmidhi)

Vergesst also nicht: Allah ta’ala ist der Erhalter aller Dinge und der stets Versorgende.

° Eure Schwester °

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