Ar-Rahman

Ar-Rahman

DER ALLERBARMER

Die Bezeichnung “Ar-Rahman” kommt im Koran in jeder Basmala, dem Ausspruch “Bismillah Ar-Rahman Ar-Rahim” vor, also 113 Mal (Sure 9 beginnt nicht mit der Basmala), und zusätzlich an 55 weiteren Stellen im Koran. Die 55. Sure trägt eigens den Titel “Ar-Rahman”. In Sure 20, Verse 5-6, sagt Allah ta’ala über Sich Selbst:

“Er ist der Allerbarmer, Der über Sein Reich majestätisch herrscht. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist und was zwischen beiden und was unter dem Erdreich liegt.”

Das Wort “Ar-Rahman” bedeutet, dass Allah die absolute und unbegrenzte Barmherzigkeit gegenüber Seinen Geschöpfen besitzt. Er wendet Sich ihnen gütig und mitleidig zu und versorgt sie. Der Gesandte (s) sagte:

“Als Allah die Schöpfung vollendete, schrieb Er Sich Selbst in Seiner Schrift vor, die bei Ihm aufbewahrt wird: ‘Meine Barmherzigkeit ist größer als mein Zorn.'”

(An-Nawawi)

Das Erbarmen kommt nicht nur den Gläubigen zu. Die ganze Schöpfung, die Natur, der Wechsel der Jahreszeiten, Wind, Regen und das erneute Aufblühen der Natur im Frühjahr ist ein Zeichen der Barmherzigkeit allen Menschen gegenüber.

Dies bedenkend sollten wir bei Sonne und Regen, in Anbetracht des Meeres und der Wüste sowie im Bewundern der Blüte und des Laubes, immer den Allerbarmer preisen, Der in die kleinsten und größten Dinge seine Rahma gelegt hat.

Es wird immer etwas Gutes in einer Sache liegen, so schlecht sie nach unseren Maßstäben auch mal scheinen kann. Wir müssen unser Gottvertrauen dahingehend stärken, dass wir diese Bewertung Allah t. überlassen und nicht dazu verleitet werden, sie in die eigene Hand zu nehmen, denn das wird im schlimmsten Fall unweigerlich zu falschen Ergebnissen führen.

Wenn Allah ta’ala uns sagt, dass Er barmherzig und gerecht ist, dann ist das alles, was wir wissen müssen. So kann uns kein Kummer einholen und keine Sorge überwältigen. Mir ist bewusst, dass dies meist leichter gesagt als getan ist, und ich möchte nicht behaupten, dass der Muslim keinen Grund zur Sorge hätte. Am Ende muss aber das Gefühl des Sich-Verlassen-Könnens immer die Oberhand behalten und alle negativen Empfindungen übertrumpfen. Wir müssen uns – nicht sogar, sondern gerade in den schwierigsten Zeiten – daran erinnern, dass kein Zweifel an Allahs Barmherzigkeit besteht.

Manchmal höre ich die Rechtfertigung: “Ich fühle mich von Allah verlassen, weil ich unglücklich bin.” Legitimieren denn Sorgen ein Gefühl der Abneigung und Distanz gegenüber unserem Schöpfer? Spricht daraus nicht ein Misstrauen hinsichtlich Seiner Barmherzigkeit? Gerade in diesen Zeiten, sollten wir uns Ihm innigst zuwenden und uns erst recht mit Seinen Attributen beschäftigen. Denn ein Gottesverständnis, das sich mit unseren Lebensumständen wandelt, ist ein bedingtes und somit äußerst angreifbar. Ist unser Vertrauen auf Allahs Erbarmen abhängig von äußeren Begebenheiten, öffnen wir einer gänzlichen Abkehr von Ihm Tür und Tor. Deshalb ist es wichtig, seine Attribute als absolute und konstante Eigenschaften zu verinnerlichen, die auch nicht durch Prüfungen jedweder Art geschmälert werden.

Ob wir ver- oder misstrauen: Er ist der Allerbarmer und bleibt es, und würde dem auch die ganze Welt widersprechen.

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