Al-Malik

Al-Malik

DER KÖNIG

Die Benennung eines Menschen als König ist nur im übertragenen Sinne und mit Einschränkung seines Machtbereichs auf dieser Erde zulässig. Denn Allah ist Der, Der das Königtum auf Erden – angesichts unserer Sterblichkeit – nur vorübergehend verleiht.

Allah ta’ala sagt im Koran:

“Sprich: O Allah, Herrscher des Königtums, Du gibst das Königtum, wem Du willst, und nimmst das Königtum, wem Du willst; und Du ehrst, wen Du willst, und erniedrigst, wen Du willst. In Deiner Hand ist das Gute, wahrlich. Du hast Macht über alle Dinge.

Du lässt die Nacht übergehen in den Tag und lässt den Tag übergehen in die Nacht; und Du lässt das Lebendige aus dem Toten erstehen und lässt das Tote aus dem Lebendigen erstehen, und versorgst, wen Du willst, ohne Maß.”

(Koran, Sure 3, Verse 26-27)

Ein Mensch, der sich “absoluter Herrscher auf Erden” und “König der Könige” nennt, begeht eine ungeheure Sünde gegenüber dem Wahren König. (Titanic-Jack sollte sich als vermeintlicher “König der Welt” also hüten, haha.) Man muss nicht lange suchen, um zu erkennen, wie schnell wir mit Reichtum und Macht dazu verlockt werden, unsere Prinzipien zu verraten. Dabei hat uns der Gesandte (s) auch hierin ein makelloses Beispiel darin geliefert, dass wir immer freundlich, fair und respektvoll zu sein haben, aber keine Kompromisse eingehen können, wenn es um den Islam als solchen geht. Muhammad (s) wurde angeboten:

“Wenn es Wohlstand ist, den du suchst, so werden wir unser Vermögen sammeln und dich zu dem Reichsten unter uns machen. Wenn es Ehre ist, die du willst, werden wir dich zu unserem Oberherr machen und keine Entscheidung ohne deine Zustimmung treffen. Sind es Frauen, die du willst? Dann geben wir dir die schönsten unserer Frauen. Wenn du die Herrschaft eines Königs willst, so machen wir dich zu unserem König. Und falls du diesen Dämon, der dir erscheint, nicht loswirst, so werden wir einen Arzt für dich finden und unser gesamtes Geld für deine Heilung ausgeben.”

(Auszug aus ibn hishams propheten-biographie)

Aus einer berühmten Überlieferung, in der der Onkel des Propheten (s), Abu Talib, den Gesandten (s) nachdrücklich bittet, von der Verkündung des Islam abzusehen, lernen wir, wie wir als Muslime auf die beste Art und Weise auf Angebote, die von uns fordern Abstriche im Islam zu machen (wie das oben genannte), reagieren sollten.

Der Gesandte (s) antwortete Abu Talib:

„O mein Onkel! Wenn sie die Sonne in meine rechte Hand und den Mond in meine linke legen und mich zwingen würden, auf mein Tun zu verzichten, würde ich davon nicht ablassen, bis Allah Seine Sache deutlich gemacht hat oder ich bei meinem Versuch sterbe.“

(Ibn hisham)

Wir sollten uns fragen, ob wir dieses Verhalten in heutiger Zeit auch nur im Entferntesten an den Tag legen. Der Gesandte (s) wäre lieber gestorben, als Kompromisse hinsichtlich des Islam zu machen. Und was tun wir? Wir sind – alhamdulillah – in keiner unmittelbaren Lebensgefahr und doch versuchen wir den Bogen des Islam im Interesse anderer so lange zu biegen, bis er unvermeidlich brechen muss.

Einige von uns meinen, der Anspruch alle zufriedenstellen zu wollen, sei im Sinne des Islam und deshalb sei es notwendig, die Denkstrukturen anderer in den Islam zu integrieren, damit er “gesellschaftskompatibel” sei. Darin liegt das Verständnis eines “formungsbedürftigen” Islam, aus dem zwangsläufig folgt, dass der Islam sich mit jeder neuen Gesellschaft und ihrer wie auch immer gerichteten Wandlung mit verändert. Verbirgt sich dahinter denn nicht die Unterstellung, Allahs vollkommene Religion sei nicht zeitlos? Ist eine göttliche Weltanschauung denn perfekt, wenn sie eines Tages nicht mehr angewendet werden kann und der menschlichen Modifizierung bedarf?

Der unhinterfragte Anspruch, “mit der Zeit” gehen zu müssen, ist ein elementarer Denkfehler und wir als Muslime sollten uns fragen, ob wir in einer Ära, in der Bücher wie “Der Gotteswahn” und “Wir brauchen keinen Gott: Warum man jetzt Atheist sein muss” nicht nur Bestseller, sondern hoch renommiert sind, gesellschaftliche Trends wirklich zum Maßstab unseres Handelns machen wollen. Wenn wir die Menschheit als ganze vereinen und global zufriedenstellen möchten, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass dafür kein menschlicher Maßstab geeignet ist. Wer kennt unsere Bedürfnisse, Fähigkeiten und Schwächen besser, als Der, Der sie erschaffen hat?

Es bleibt zu sagen: Er ist der König der Könige und kein Angebot der Welt sollte uns dazu verleiten, Seine Herrschaft bereitwillig zu relativieren und uns besserwisserisch zu erheben auf eine Position, der wir nicht gewachsen sind.

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