Al-Aziz

Al-Aziz

Der allmächtige

Zu diesem Namen Allahs gehört die absolute, uneingeschränkte Allmacht, die Er im Koran meist in Verbindung mit anderen Eigenschaften bringt.

“Er ist es, Der euch im Mutterschoß gestaltet, wie Er will. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen.”

(Koran, Sure 3, Vers 6)

Und:

“Sprich: ‘Wer ist der Herr der Himmel und der Erde?’ Sprich: ‘Allah.’ Sprich: ‘Habt ihr euch Helfer außer Ihm genommen, die sich selbst weder nützen noch schaden können?’ Sprich: ‘Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Einzige, der Allmächtige.'”

(Koran, Sure 13, Vers 16)

Während ich diese Worte schreibe, sitze ich vor einer großen Fensterscheibe, hoch über der Stadt, und blinzele stirnrunzelnd und dankbar lächelnd in die Strahlen der Abendsonne, die sich wie lange Arme über den Horizont strecken. Es ist ruhig auf den Straßen, alles fließt wie in Zeitlupe, gemächlich, angenehm. Es fühlt sich fast so an, als würde Allah ta’ala nur für mich und euch, meine lieben Leser, diesen Moment, in dem wir Seiner unermesslichen Allmacht gedenken, in solch warmes Licht tauchen und den Himmel für Ihn sprechen lassen, den letzten Koranvers bestätigend und zum Greifen nah.

Sonnenuntergang

SubhanAllah.

Alle Macht geht einzig von Allah, Al-Aziz, aus und ohne Sein Wollen hätte nichts und niemand Macht. Ich müsste daran gewohnt sein, in einer so gut wie gar nicht religiösen Gesellschaft ständig zu hören, dass Gottes Allmacht oder gar Seine Existenz infrage gestellt werden. Doch jetzt – wo ich hier sitze und meine Gott gewidmeten Gedankenströme nur durch mein beeindrucktes Innehalten in Anbetracht des Sonnenuntergangs unterbrochen werden – erscheint mir mal wieder nichts unverständlicher, als das Infragestellen Gottes. Fehlt ihnen das Auge, das Wissen, das Herz, der Wille? All das?

Ich will der Schöpfung nah sein, ich möchte sie greifen. Haltet mich für gestört, das ist nicht schlimm, aber ich will Bäume umarmen, Tiere streicheln und Wüsten durchqueren. Doch wohl kaum etwas fesselt mich in der Natur so sehr, wie das Meer. Stehe ich am Ufer und beobachte Ebbe und Flut, meine ich manchmal, nicht einmal mehr etwas zu denken. Ich bin durch und durch sprachlos, wort- und gedankenlos, völlig ergriffen von der Präsenz Seiner Allmacht. Ich möchte schwimmen, denn das Wasser auf meiner Haut fühlt sich an, als würde ich in Seine Barmherzigkeit tauchen und von ihr überschwemmt. Dieser Augenblick, den man sich nimmt – nehmen sollte -, um sich einfach nur Seiner unglaublichen Macht und Größe gewahr zu werden, dieser Augenblick lässt alles stillstehen. Alles wird klein, egal, nichtig. Nichts existiert, was in Relation zu Ihm noch groß wäre. Deshalb sagen wir “Allahu akbar”, Allah ist größer, und zwar ohne Vergleichsobjekt, denn was es auch wäre, Allah bleibt größer.

“Und wenn alle Bäume, die auf der Erde sind, Schreibrohre wären und der Ozean Tinte, und sieben Ozeane würden sie mit Nachschub versorgen, selbst dann könnten Allahs Worte nicht erschöpft werden. Wahrlich, Allah ist Allmächtig, Allweise.”

(Koran, Sure 31, Vers 27)

° Ergriffene Salamaat von eurer Schwester °

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