Al-Khafid

Al-Khafid

° Der Erniedrigende °

Dieser Name des Erhabenen steht in einer Wechselbeziehung zum hierauf folgenden, „Ar-Rafi‘“, der Emporhebende. Es ist „Al-Khafid“, Der den Regen aus den hohen Wolken fallen lässt und durch das Beben der Erde alles verschlucken lässt, was auf ihr stand. Auch die Menschen, die Hochmütigen und zu Unrecht Stolzen, werden erniedrigt und entwürdigt.

„Hast du nicht gesehen, dass sich vor Allah anbetend beugt, wer in den Himmeln und wer auf Erden ist, und die Sonne, und der Mond, und die Sterne, und die Berge, und die Bäume, und die Tiere, und viele der Menschen? Vielen aber gebührt die Strafe. Und wen Allah erniedrigt, dem kann keiner Ehre geben. Wahrlich, Allah tut, was Er will.“

(Koran, Sure 22, Vers 18)

Bekanntestes Beispiel eines solch Hochmütigen findet sich im Koran in der Person des Pharao. Ich möchte diese Eigenschaft zum Anlass nehmen, einen längeren Teil des Korans zu zitieren, auf diesen und den nächsten Post verteilt, im Rahmen dessen wir uns noch einmal die Geschichte des Propheten Musas (a) sowie seine Auszeichnung von Allah ta’ala und ebenso Pharao und seine Niederträchtigkeit vergegenwärtigen können. In diesem Zusammenhang wird, denke ich, auf schöne Weise deutlich, inwiefern Allah ta’ala die Eigenschaft des Erniedrigens und des Erhebens in Sich vereint.

Ich zitiere aus Sure 7 ab Vers 104:

104. Und Musa sprach: ‚O Pharao, ich bin ein Gesandter vom Herrn der Welten.

105. Es ziemt sich, dass ich von Allah nichts anderes als die Wahrheit rede. Ich bin zu euch gekommen mit einem deutlichen Zeichen von eurem Herrn; so lass denn die Kinder Israels mit mir ziehn.‘

106. Er erwiderte: ‚Wenn du wirklich mit einem Zeichen gekommen bist, so weise es vor, wenn du zu den Wahrhaftigen gehörst.‘

107. Da warf er seinen Stab nieder und siehe; er ward deutlich eine Schlange.

108. Dann zog er seine Hand hervor und siehe, sie ward den Beschauern weiß.

109. Die Häupter von Pharaos Volk sprachen: ‚Wahrlich, das ist ein geschickter Zauberer.

110. Er möchte euch aus eurem Land vertreiben. Was ratet ihr nun?‘

111. Sie sprachen: ‚Halte ihn und seinen Bruder hin und sende Vorlader in die Städte aus,

112. Dass sie jeden kundigen Zauberer zu dir bringen sollen.‘

113. Und die Zauberer kamen zu Pharao (und) sprachen: ‚Uns wird doch gewiss eine Belohnung zuteil, wenn wir obsiegen?‘

114. Er sprach: ‚Jawohl, und ihr sollt zu den Nächsten gehören.‘

115. Sie sprachen: ‚O Musa, entweder wirf du oder wir werfen (zuerst).‘

116. Er antwortete: ‚Werfet ihr hin!‘ Und da sie geworfen hatten, bezauberten sie die Augen der Leute und versetzten sie in Furcht und brachten einen gewaltigen Zauber hervor.

117. Und Wir offenbarten Musa: ‚Wirf deinen Stab!‘ Und siehe, er verschlang alles, was sie an Trug vollbracht.

118. So wurde die Wahrheit festgestellt, und ihre Werke erwiesen sich als nichtig.

119. Jene wurden damals besiegt, und beschämt kehrten sie um.

120. Und die Zauberer trieb es, dass sie niederfielen in Anbetung.

121. Sie sprachen: ‚Wir glauben an den Herrn der Welten,

122. Den Herrn Musa’ und Haruns.‘

123. Da sprach Pharao: ,Ihr habt an ihn geglaubt, ehe ich es euch erlaubte. Gewiss, das ist eine List die ihr in der Stadt ersonnen habt, um ihre Bewohner daraus zu vertreiben; doch ihr sollt es bald erfahren.

124. Wahrlich, für den Ungehorsam lasse ich euch Hände und Füße abhauen. Dann lasse ich euch alle kreuzigen.’

125. Sie antworteten: ,Zu unserem Herrn kehren wir dann zurück.

126. Du nimmst nur darum Rache an uns, weil wir an die Zeichen unseres Herrn glaubten, als sie zu uns gekommen. Unser Herr, gieße Standhaftigkeit in uns und laß uns sterben als Gottergebene.’

127. Die Häupter von Pharaos Volk sprachen: ,Willst du zulassen, dass Musa und sein Volk Unfrieden stiften im Land und dich und deine Götter verlassen?’ Er antwortete: ,Wir wollen ihre Söhne hinmorden und ihre Frauen am Leben lassen, denn wir haben über sie Gewalt.’

128. Da sprach Musa zu seinem Volk: ,Flehet Allahs Hilfe an und seid standhaft. Wahrlich, die Erde ist Allahs; Er vererbt sie, wem Er will unter Seinen Dienern, und der Ausgang ist für die Gottesfürchtigen.’

129. Sie antworteten: ,Wir litten Verfolgung, ehe du zu uns kamst und nachdem du zu uns gekommen.’ Er sprach: ,Euer Herr wird bald euren Feind vertilgen und euch zu Herrschern im Land machen, damit Er sehe, wie ihr euch benehmt.’

130. Und Wir straften Pharaos Volk mit Dürre und Mangel an Früchten, auf dass sie sich ermahnen ließen.

131. Doch als dann Gutes zu ihnen kam, sagten sie: ,Das gebührt uns.’ Und wenn sie ein Übel befiel, so schrieben sie das Unheil Musa und den Seinigen zu. Nun ist doch gewiss ihr Unheil bei Allah allein, jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht.

132. Und sie sagten: ,Was du uns auch für ein Zeichen bringen magst, uns damit zu berücken, wir werden doch nicht an dich glauben.’

133. Da sandten Wir über sie den Sturm und die Heuschrecken und die Läuse und die Frösche und das Blut – deutliche Zeichen -, doch sie betrugen sich hoffärtig und wurden ein sündiges Volk.

134. Wenn immer aber das Strafgericht über sie kam, sagten sie: ,O Musa, bete für uns zu deinem Herrn in Berufung auf das, was Er dir verheißen! Wenn du die Strafe von uns entfernst, so werden wir dir ganz gewiss glauben und die Kinder Israels ganz gewiss mit dir ziehen lassen.’

135. Doch als Wir ihnen die Strafe erließen auf eine Frist, die sie vollenden sollten, siehe, da brachen sie das Wort.

136. Darauf straften Wir sie und ließen sie im Meer ertrinken, weil sie Unsere Zeichen als Lügen behandelten und ihrer nicht achteten.

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