Al-Ghafur

Al-Ghafur

° Der stets Vergebende ° Der Verhüllende ° Der Verdecker °

Allah ta’ala ist Derjenige, Der unsere schlechten Taten verdeckt, verhüllt, verbirgt und uns vor dem Höllenfeuer bewahrt. Er versteckt unsere Sünden in diesem Leben, um uns daran zu erinnern, dass Er uns am Jüngsten Tag ebenso wenig durch diese Sünden bloßstellen wird, wenn wir Ihn aufrichtig um Vergebung bitten.

Er wird in Seiner unendlichen Barmherzigkeit eine Abschirmung zwischen uns und das Höllenfeuer, zwischen uns und unsere Sünden legen. Mit der Aussage „astaghfirullah“ bitten wir Allah ta’ala also vor allem darum, unsere Sünden nicht zu enthüllen, nicht in diesem und nicht im nächsten Leben.

Wir haben es als Seine Gnade anzunehmen, wenn Er uns davor bewahrt, dass jemand anderes mitbekommt, dass wir eine Sünde begangen haben. So sollen wir diesen Schutz dankbar annehmen und nicht etwa, aus falschem Stolz oder gar Prahlerei, von unseren Sünden erzählen. Wir sollten froh sein, dass wir mit ebendiesen nicht bloßgestellt werden und wenn, dann sollten wir uns schämen und nicht etwa versuchen, die Situation dadurch zu retten, dass wir unsere Sünde relativieren oder sogar versuchen zu rechtfertigen.

Uns fehlt – vor allem hierzulande – in etlichen Situation schlichtweg das Schamgefühl. Wir orientieren uns an gesellschaftlichen Werten und Idealen, die sich nicht mit den unseren decken, und versäumen dabei ein Gespür dafür zu entwickeln, dass wir mit dieser oder jener Handlung Allah ta’ala – den Herrn der Welten – enttäuschen. SubhanAllah.

In anderen Situationen hingegen, interessieren die Menschen sich so sehr für ihre Reputation, dass sie sogar dafür sterben würden. Wie werden sich diese Menschen wohl fühlen, wenn sie am Tag des Jüngsten Gerichts vor der gesamten Menschheit, vom ersten Menschen Adam (s) bis zum letzten Menschen bloßgestellt werden und ihre Sünden offen zu Tage getragen werden?

Erinnert euch an die letzte Sünde, die ihr begangen habt. Eine ganz konkrete Sache, die ihr vor kurzem getan habt, von der ihr genau wusstet, dass sie unislamisch und verwerflich war. Vielleicht war sie besonders schlimm oder weniger schlimm, doch schämen sollten wir uns in jedem Fall für sie.

Und nun stellt euch vor, dass eure Mutter und euer Vater vor euch stehen, stellt euch vor, all eure Freunde stehen vor euch, eure gesamte Familie, alle Lehrer, die ihr mal hattet und respektiert habt, alle Imame, die mal vor euch gebetet haben, alle Menschen, die euch imponiert haben und denen ihr nacheifertet, alle Kinder, denen ihr ein Vorbild sein wolltet, alle Mitschüler, Kommilitonen, Arbeitskollegen, eure Ehepartner, alle Menschen, die ihr schätzt. Stellt euch vor, der Gesandte (s) selbst steht vor euch, und euch wird verlesen: „Was hast du getan am 12. Januar 2004 um 19:38 Uhr in deinem Zimmer, als du dachtest niemand sieht dich?“ Und ihr werdet antworten müssen.

Verinnerlicht dieses Gefühl und erinnert euch daran, Allah ta’ala immer um Vergebung und um Seinen Schutz vor der Bloßstellung unserer Sünden zu bitten. Denn Er ist Al-Ghafur, Er wird eine Abschirmung zwischen uns und den Rest der Menschheit und zwischen uns und das Höllenfeuer setzen, wenn wir Ihn aus tiefster Seele darum bitten.

SubhanAllah, möge Er uns vor dieser Erniedrigung bewahren und uns die Stärke geben, nach Seiner wundervollen, perfekten Lebensordnung zu leben. Amin.

„Und wer Böses tut oder sich gegen sich selbst vergeht und dann Allah um Vergebung bittet, der findet Allah allvergebend, barmherzig.“

(Koran, Sure 4, Vers 110)

° Eure beschämte Schwester °

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